Die Kirche von Paderborn
Die Geschichte des Erzbistums von Paderborn von seinen Anfängen bis zur Gegenwart, sachliche Information und bildliche Dokumentation

Die Kirche von Paderborn
Autoren: Roman Mensing, Rudolf Becker, Karl Hengst, Ulrich Wagener
312 Seiten durchgehend farbig illustriert
Editions du Signe Straßburg, 2. überarbeitete Auflage 2005, 20,- €

Der Titel „Die Kirche von Paderborn“ wurde gewählt, weil hier das Werden, Wachsen und Leben einer Ortskirche innerhalb der Weltkirche dargestellt ist, entsprechend der im Zweiten Vatikanischen Konzil herausgestellten Überzeugung, dass die Gesamtkirche existiert in den einzelnen Bischofskirchen, die in Verbindung mit der römischen Kirche die katholische Kirche bilden, in der die eine, universale Kirche Jesu Christi verwirklicht ist.

In den Paderborner Anfängen wurde erstmals der Gedanke einer europaweiten Einheit auf der Grundlage eines gemeinsamen christlichen Glaubens wirksam. Was durch Karl und Leo hier in Paderborn 799 begann, wurde Wertgrundlage und Kraftquelle der Einheit und des kulturellen Zusammenlebens in Europa.

Paderborn hat zwar in den folgenden Jahrhunderten als Bistum und Territorium kirchengeschichtlich lange Zeit hindurch nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Aber der 836 geschlossene Bruderbund mit dem Bistum Le Mans in Frankreich, war doch diese ganze Zeit hindurch beispielhaft für eine über alle Konflikte siegende gemeinsame Hoffnung. Dafür vor allem steht die Geschichte der Kirche von Paderborn.

Die vorliegende Darstellung beruht zwar auf wissenschaftlichen Grundlagen, sie macht sogar die eine oder andere bisher unzugängliche Quelle erstmals zugänglich. Ihre Anlage ist aber eher didaktisch konzipiert. Ohne wissenschaftliche Vorbildung lesbar, soll sie gewissermaßen der Familientradition des Bistums dienen. Vielleicht kann sie durch diese Struktur auch Religionslehrern Anregungen geben, sich mit Schülern wieder einmal an die Kirchengeschichte zu wagen.

Die Bistumsgeschichte erzählt von den Höhen und Tiefen christlichen Lebens im westfälischen Raum, verschweigt auch das Versagen nicht. Sie ruft auch einzelne mutige Christen in Erinnerung: Meinolf von Böddeken, den die Reise zur Übertragung der Liboriusreliquien aus Le Mans für sein Leben geprägt hat; Bischof Dietrich von Fürstenberg, der das Bistum durch die Wirren der Reformation steuern musste; Friedrich Spee von Langenfeld, der hier sein mutiges Buch gegen die Hexenverfolgung entwarf; Weihbischof Niels Stensen, dessen bescheidener Dienst reiche Pfründeninhaber aufschreckte; Pauline von Mallinckrodt, die für ihre Blinden mit preußischen Behörden und mit Bismarck stritt; Franz Stock der in der schlimmsten Phase des Zweiten Weltkrieges zwischen Franzosen und Deutschen Frieden stiftete.

Kirchengeschichte gilt als theologische Disziplin. Wenn sie auch mit den gleichen Fachmethoden arbeitet wie die Profangeschichte, hat sie doch andere Voraussetzungen und ein anderes Ziel. Sie stellt ihre Untersuchungen an im Glauben an den in der Kirche wirkenden göttlichen Geist. Das macht sie nicht blind für menschliche Realitäten, für Leistungen und Versagen, es bewahrt sie aber vor dem prinzipiellen Ausschluss des Unerhörten. Und - was das Ziel angeht - der Glaube an das endzeitliche Heil macht sie zu einer Hoffnungsgeschichte.

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